Noch bis vor 20 Jahren hatte Finnland in Deutschland eine Sonderstellung. Denn bedingt durch die geografische Lage des Landes war Finnland auch wirtschaftlich einst stark an Russland gebunden. Dabei war Finnland bis weit ins 20. Jahrhundert eines der ärmsten Länder Europas. Heute gehört Finnland zu den wohlhabenden Ländern innerhalb der EU.
2005 erreicht der Kaufkraftindex in Finnland den Wert 111. Der EU-Durchschnitt lag damals bei 100. Finnlands wichtigste Handelspartner sind außer Deutschland auch Schweden und nach wie vor auch Russland. Dabei wurde der Osthandel, den Finnland bis 1991 betrieb ab diesem Zeitpunkt jäh unterbrochen. Eine schwere Wirtschaftskrise war die Folge, wovon sich Finnland jedoch sehr schnell wieder erholen konnte.
Lange geprägt von Landwirtschaft
Die Wirtschaft des Landes war lange geprägt durch die Landwirtschaft. Heute finden sich im Branchenbuch für Finnland aber auch Firmen aus vielen anderen Branchen.
Dabei wurde die Industrialisierung in Finnland erst nach dem Zweiten Weltkrieg stärker vorangetrieben. Dies hatte auch etwas damit zu tun, weil umfangreiche Reparationsforderungen der damaligen Sowjetunion bewältigt werden mussten. Doch binnen von 20 Jahren entwickelte sich in Finnland eine diversifizierte Wirtschaft. Elektroindustrie, Petrochemie und Maschinen- und Fahrzeugbau erlebten dabei einen Boom. Wichtig war auch der Schiffsbau in Finnland. Dabei sorgte die Neuausrichtung der Wirtschaftsstruktur im Jahr 2001 dass sich die Arbeitslosenzahl in Finnland halbierte, und zwar auf 9,2 Prozent von zuvor weit mehr als 18 Prozent.
Eine immer wichtigere Rolle in der Wirtschaft von Finnland spielt auch der Tourismus. Dabei sind es vor allem auch Touristen aus Russland und den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, die in dieses Land kommen. Gezahlt wird in Finnland mit dem Euro. Dabei war bis Anfang 2002 das gültige Zahlungsmittel die Finnmark. Schon seit 1995 ist Finnland Mitglied der EU.